Sukiyaki, der König der Fleischgerichte- auch bekannt durch das Sukiyaki-Lied

Ein Topfgericht mit hauchdünn geschnittenem Rindfleisch in gezuckerter Sojasoßen-Brühe

Sukiyaki ist ein Topfgericht (Nabe), bestehend aus hauchdünn geschnittenem Rindfleisch, Lauch, Shungiku (Kronenwucherblume), Shiitakepilzen, Tōfu, Shirataki (Konnyaku-Glasnudeln) usw. Diese Zutaten werden in Sojasoßen-Brühe, die mit Zucker und Mirin gewürzt ist, geköchelt. Das Rindfleisch wird etwas dicker geschnitten als bei Shabu-Shabu.

Unterschiede zwischen Kantō-Sukiyaki und Kansai-Sukiyaki

Für Sukiyaki hat jede Region in Japan ihre eigenen Vorlieben in der Zubereitung. Das Kantō-Sukiyaki hat seinen Ursprung im Gyūnabe (Topfgericht mit Rindfleisch), welches in der Meiji-Zeit, also in der Zeit der Kulturerneuerung, sehr populär war. Beim Kantō-Sukiyaki wird zuerst die Brühe aus Sojasoße, Zucker, Mirin und Sake zubereitet und darin dann das Fleisch und Gemüse gekocht. Beim Kansai-Sukiyaki wird zuerst das Fleisch ohne Brühe gebraten, dann mit Zucker und Sojasoße abgeschmeckt und danach das Gemüse hinzugefügt. Nachdem das Ganze gekocht wurde, werden Sake und Wasser hinzugefügt. Heute tunkt man zwar in beiden Regionen das Essen in eine Schale mit gequirltem Ei und verspeist es dann, aber ursprünglich kommt diese Essweise aus der Kansai-Region.

Sukiyaki

Sukiyaki ist auch im Ausland durch das Lied von Kyū Sakamoto bekannt geworden.

Sukiyaki wurde auch durch das SUKIYAKI-Lied von Kyū Sakamoto bekannt, als das Lied in den US-Amerikanischen Musikcharts die Nummer Eins wurde. Außer in den spezialisierten Sukiyaki-Restaurants kann man Sukiyaki auch in Nabe- (Topfgerichte-) Restaurants oder in Restaurants, die alle Rindfleischgerichte inkl. Teppanyaki (Eisenplattengrill) anbieten, bestellen. Darüberhinaus wird es auch zu Hause gekocht.

Weitere Nabe-Gerichte

Shabu-Shabu

Gemüse, Tōfu, Glasnudeln u.ä. werden in einem Topf mit Wasser gekocht. In das kochende Wasser taucht man ein paarmal hauchdünn geschnittene Fleischscheiben und erhitzt sie so. Das Ganze wird mit einer Dip-Soße serviert, entweder Ponzu (Zitrusessig) oder Sesam-Soße. Man kann also zwei Geschmacksrichtungen genießen.

Shabu-Shabu

Oden

Oden ist ein Gericht, bei dem die Zutaten wie Satsumaage (frittierte Fischbällchen), Hanpen (Fischkuchen), Chikuwa (Fischpastete), Tsumire (Fischbällchen), Konnyaku, Rettich oder gekochtes Ei in Dashi-Brühe mit Sojasoße gekocht werden.

Oden

Chanko-Nabe

Chanko nennt man eigentlich die Nahrung für die Sumo-Ringer. Der Sumo-Ringer isst meistens Nabe-Gerichte, um für den Sumo-Sport genügend Gewicht zu bekommen. Chanko-Nabe ist eins dieser Nabe-Gerichte und allgemein bekannt. Chanko-Nabe besteht aus Saisongemüsen, Fisch oder Hühnerfleisch und wird mit einer Soße oder Ponzu serviert.

Chanko-Nabe

Yudōfu

In einem Tontopf mit Kombu-Brühe werden mundgroße Tōfu-Würfel aufgewärmt und mit einer Dip-Soße serviert. Außer Tōfu werden manchmal auch Chinakohl oder Kabeljau-Filets verwendet.

Yudōfu

Kani-Nabe

Kani-Nabe besteht hauptsächlich aus Krabben und wird im Winter gegessen. Weitere Zutaten sind Chinakohl und Lauch. Die Zutaten werden in einer Dashi-Brühe mit Sojasoßen-Geschmack gekocht. Besonders beliebte Krabben-Arten sind: Zuwaigani (Schneekrabbe), Tarabagani (Königskrabbe) und Kegani (haarige Krabbe).

Kani-Nabe

Chige-Nabe

Chige-Nabe stammt von der Koreanischen Halbinsel. Es besteht aus Kimchi, zahlreichen Gemüsesorten, Fleisch, Meeresfrüchten und Tōfu. Die Zutaten werden mit Gochujang (scharfe korean. Gewürzpaste) und Chili-Brühe gekocht. Chige bedeutet Topf (Nabe) im Koreanischen.

Chige-Nabe

Nach einem Nabe-Gericht kommt…

Chige-Nabe雑炊
Nach dem Nabe-Gericht sollte anschließend Zōsui gegessen werden. Es wird Reis in die Brühe getan, in der die Zutaten wie Fleisch, Fisch und Gemüse gekocht wurden und das Ganze mit geschlagenem Ei und Lauch verfeinert. Ebenfalls empfehlenswert ist es, die Brühe mit Udon oder Ramen zu essen.

Die Geburtsstunde des Sukiyaki

Der Ursprung des Namens – Spaten oder Zeder

Nach Einführung des Buddhismus in Japan, war Fleischessen verboten, besonders Rindfleisch, Rinder waren Nutztiere, wurde nicht gegessen. Es gibt zwei Theorien, woher der Name Sukiyaki kommt. Die eine ist die, dass das Wort Suki von Spaten kommt (yaki = Braten). Früher soll man Spaten als Eisenplatte verwendet haben, um Hühnerfleisch und Fisch zu braten. Die andere Theorie ist wie folgt: Sukiyaki geht auf Sugiyaki (Sugi=japanische Zeder) zurück. Sugiyaki ist ein Gericht, bei dem Meeresfrüchte und Gemüse in einem Behälter aus japanischer Zeder in einer Miso-Brühe gekocht werden. Bei keinem der beiden Gerichte ist Rindfleisch dabei, trotzdem wird vermutet, dass eine der beiden Theorien zutreffend ist.

Die Kulturerneuerung und der Boom bei Rindfleisch-Topfgerichten

Mit der Landesöffnung im 19. Jh. haben die Japaner angefangen, Fleisch zu essen. Rindfleisch wurde als Symbol der Kulturerneuerung (wörtl. Zivilisation und Aufklärung) angesehen. So wurde Gyūnabe (Topfgericht mit Rindfleisch) sehr populär in der Bevölkerung. Dass auch der Meiji-Tennō Rindfleisch gegessen hat, wird wohl den Boom bei den Rindfleisch-Topfgerichten weiter angefacht haben. Meiji-10 (1877) gab es allein in Tōkyō 488 Gyūnabe-Restaurants.


Quelle: Gyūnabeya Kanagaki Robun
Bild: Ushiya Zōdan Aguranabe
Jahr: Meiji 4 (1871)
Institut: Yokohama Archives of History
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